Stadtspaziergang Potsdam: Historischer Stadtkern und funkelnder Weihnachtsmarkt

Stadtspaziergang Potsdam: Historischer Stadtkern und funkelnder Weihnachtsmarkt

Auch wenn Sie noch nie dort waren, gehört haben Sie von der charmanten Stadt an der Havel bestimmt schon. Im Südwesten Berlins gelegen, gilt sie sogar den verwöhnten Hauptstädtern als beliebtes Ausflugsziel. Kein Wunder, hat die ehemalige Residenzstadt doch einen ganzen Strauß reizvoller Sehenswürdigkeiten zu bieten, zu denen jetzt im Winter noch eine ganz besondere dazukommt: Die Weihnachtsmärkte der Stadt. Richtig, denn in Potsdam gibt es nicht nur einen, nein, gleich an vier Plätzen lässt es sich gemütlich in den Advent hineinbummeln.

Alter Markt und Stadtschloss

Wenn Sie mit dem Zug in Potsdam ankommen, laufen Sie nur ein paar Schritte über die Lange Brücke, biegen an der Humboldtstraße rechts ab und sind schon mitten im historischen Kern Potsdams, auf dem Alten Markt. In der „Nacht von Potsdam“ am 14. April 1945 wurden große Teile der Innenstadt zerstört, dank umfassender Wiederaufbauarbeiten nach Originalplänen aus dem 18. Jahrhundert ist dieser zentrale Platz jedoch bald wieder in vollem Glanz zu bewundern. Und was für ein Glanz! Ein monumentaler Obelisk bildet das Zentrum, um den sich das rekonstruierte Stadtschloss, die Nikolaikirche mit ihrer opulenten Kuppel und – ein bisschen außergewöhnlich hier im Norden – die Fassaden zweier italienischer Palazzi gruppieren. Weiter geht es in nördlicher Richtung rechts an der Kirche vorbei, über den Kanal und die Französische Straße bis zum Bassinplatz.
Glänzender Weihnachtsbaum in der Mitte eines beleuchteten Marktplatzes

Bassinplatz und Holländisches Viertel

Um ein Bauprojekt zu verwirklichen, das heute das größte zusammenstehende Kulturdenkmal holländischen Stils außerhalb der Niederlande ist, musste der sumpfige märkische Boden entwässert werden: 1737 grub man zu diesem Zweck ein Bassin, das dem Platz heute seinen Namen gibt. Es ermöglichte den Bau eines wahrhaft einzigartigen, pittoresken Stadtteils in Potsdam, des Holländischen Viertels. Die markanten Backsteingiebel der roten, unverputzten Häuser mit ihren weißen Fensterrahmen sehen selbst aus wie eine Weihnachtsdekoration, noch mehr, wenn dort am 10. und 11. Dezember Sinterklaas gefeiert wird. Tauchen Sie ein in dieses Spektakel und genießen Sie die traditionellen chocoladeletters, pepernoten, speculas und einen Becher Bisschopswijn!

Brandenburger Tor und Luisenplatz

Wenn Sie den Bassinplatz in westlicher Richtung verlassen, sind Sie bereits mittendrin im weihnachtlichen Getümmel. Entlang der Brandenburger Straße erstreckt sich der größte Weihnachtsmarkt in Potsdam, bei dessen Besuch Sie in allen vorweihnachtlichen Freuden schwelgen können: Die Luft duftet nach würzigem Glühwein und gebrannten Mandeln, stimmungsvoll dekorierte Schaufenster und die Hütten des Marktes laden zum Bummeln und Schauen ein. Es gibt Märchenerzähler, eine Freilufteisbahn und das einzigartige blaue Licht sorgt an den barocken und klassizistischen Fassaden der Welterbe-Stadt für eine tolle Atmosphäre. Am Luisenplatz angekommen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit und bewundern das „Brandenburger Tor“: Sie lesen richtig, auch Potsdam hat eines. Im Stile eines römischen Triumphbogens erbaut, kreuzten sich hier die Wege zu den königlichen Schlössern und Gärten.
Weihnachtlicher Stand mit handgemachten Schnitzereien

Schloss Sanssouci und das Rittergut Bornstedt

Nachdem Friedrich Wilhelm II. Potsdam zur Residenzstadt der preußischen Könige erhoben hatte, vergrößerte und verschönerte er auch die Parkanlagen von Sanssouci, wo sich nun sein Sommerschloss befand. Natürlich sind Park und Schloss besonders in der wärmeren Jahreszeit ein Genuss, doch auch jetzt lohnt sich ein Abstecher dorthin. Ganz in der Nähe befindet sich das Krongut Bornstedt, wohin das Romantische Weihnachtsdorf einlädt: Liebevoll dekorierte und festlich beleuchtete Holzhütten bieten Kunsthandwerk und regionale Spezialitäten, an lodernden Feuerkörben genießt man seinen Punsch und wärmt sich auf. Über allem leuchtet der mit tausend funkelnden Lichtern besteckte Weihnachtsbaum. Unser Geheimtipp: Die Königliche Hofbäckerei backt dort Plätzchen!

Sternenfest und Böhmischer Weihnachtsmarkt in Babelsberg

Als die Filmstudios in Babelsberg 1912 ihre Pforten öffneten, waren sie die größten Filmstudios der Welt. Doch heute interessieren uns nicht die Stars und Sternchen der Filmwelt, sondern die am nachtblauen Himmel, der sich über dem Böhmischen Weihnachtsmarkt spannt. Hier im historischen Weberviertel mit seinen kleinen, charmanten Häuschen wundert man sich nicht, wenn man auf einmal der Kristallfee begegnet. Das Viertel wurde im 18. Jahrhundert gebaut, um Zuwanderer anzulocken. Heute bieten dort Handwerker, Künstler und Gastwirte am ersten und zweiten Adventswochenende böhmische Spezialitäten und Köstlichkeiten an. Wer mag, genießt eines der Konzerte in der malerischen Friedenskirche.

Und wenn Sie noch nicht genug vom weihnachtlichen Zauber haben, machen Sie doch auf dem Weg zurück zum Bahnhof einen kleinen Umweg: Am Neuen Markt, einem der besterhaltenen Barockplätze in Europa, findet der polnische Sternenmarkt statt. Neben ausgesuchten regionalen Köstlichkeiten und vielen stilvollen Geschenkideen lohnt es sich hier vor allem, auf die farbenfrohen und skurrilen Riesenfiguren der Straßentheatergruppe Klinika Lalek zu warten.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit!

Der Beitrag Stadtspaziergang Potsdam: Historischer Stadtkern und funkelnder Weihnachtsmarkt erschien zuerst auf MONA Magazin.

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