Facebook-Initiative fordert Umbenennung des Weihnachtsmarkts

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Facebook-Initiative fordert Umbenennung des Weihnachtsmarkts
Der Weihnachtsmarkt in Schweinfurt am Markt. - Archiv: Stadt Schweinfurt

Der Weihnachtsmarkt in Schweinfurt am Markt. – Archiv: Stadt Schweinfurt

Kein Glühwein in der Öffentlichkeit?

In unserer Facebookveranstaltung zum diesjährigen Weihnachtsmarkt in Schweinfurt tauchte am vergangenen Mittwoch ein Posting auf, das für Furore sorgte: Die „Initiative für mehr Flüchtlinge“ empfiehlt, den Weihnachtsmarkt beispielsweise in Wintermarkt oder Schneemarkt umzubenennen. Des Weiteren soll kein Alkohol in der Öffentlichkeit ausgeschenkt werden, aus Rücksichtnahme auf geflüchtete Menschen. Doch was steckt dahinter?

Ernst? Sarkasmus? Hetze?

Im Rahmen unserer Recherche fanden wir heraus, dass das Posting nicht nur in Schweinfurt, sondern in den verschiedensten Weihnachtsmarktveranstaltungen gestreut wurde. Aufgrund der überspitzten Formulierung liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei der Seite um Satire oder möglicherweise gar um Provokation handelt. Wir haben bei den Seitenbetreibern mal nachgefragt, was genau hinter dem Posting und der Seite steckt. Die „Initiative für mehr Flüchtlinge“ äußerte auf die Nachfrage ausschließlich „habt ein schönes Weihnachtsfest“. Da diese dürftige Antwort es uns nicht ermöglicht, die Seite richtig einzuordnen, haben wir die Betreiber blockiert.

User fühlen sich provoziert

Abgesehen von der Absicht der Initiative, die sich auf Facebook als religiöse Gemeinschaft beschreibt, für Aufmerksamkeit hat das Statement gesorgt. Zum einen fühlten sich die User provoziert und erklären ihren Ärger gegen die Vorschläge. Zum anderen wird das Statement als Hetze wahrgenommen. „Was soll diese Hetze?“, schreibt zum Beispiel Tanja. Facebook-Userin Linda erklärt: „Der Text ist sicher nicht ernst gemeint. Leider schürt er trotzdem Rassismus und Fremdenhass. Wie vor 100 Jahren. Echt traurig wie wenig wir aus unserer Geschichte gelernt haben“.

Einige deklarieren es wiederum als satirischen Scherz. Ob denn schon der 1. April sei, wird unter anderem gefragt. Userin Jean äußert: „Haha, noch mehr Witze auf Lager“, während Jens die Frage stellt: „Leute… Wisst ihr was Sarkasmus ist???“ Eins ist auf jeden Fall klar: Man sollte sich erstmal selbst fragen, was derjenige mit dem Post erreichen möchte, bevor man darauf eingeht.

Originaltext des Postings

So lautet das Posting im Originalwortlaut: „Sehr geehrte Besucher*_innen und Veranstalter*_innen, in diesem Jahr haben wir die besondere Aufgabe auf die Integration Geflüchterten besonderen Acht zu geben. Von daher empfehlen wir den Veranstaltern den Weihnachtsmarkt in Wintertreff, Wintermarkt, Winterglitzerkaltmarkt, Schneemarkt, Glitzerriehmen etc. umzubenennen. Wir brauchen keinen Christlichen Namen oder Symbole um uns mit dem Christentum und somit dem bedingungslosen und barmherzigen helfen für Geflüchtete zu identifizieren.

Wir sollten auch bedeutend Ältere und Wertvollere Kulturen vollste Rücksicht walten lassen und dieses Jahr Alkohol nicht in der Öffentlichkeit auszuschenken sondern nur in einem extra dafür vorgesehenen Zelt. Genauso sollte es zu der Rücksicht gehören, einen extra Toilettenwagen für Muslime (getrennt nach geschlechtern) zu organisieren, und in jeweiligen Gemeindezentrum oder einem extra Container einen Gebetsraum für gläubige Geflüchtete einzurichten.

Auf Jesus Figuren, Kreuze sollte natürlich nicht ganz Verzichtet werden, aber das ganze in einem extra abgekrenzten Zelt anzubieten wäre zumindest kein Beinbruch. Achja ein Gendergerechter Umgang wäre wünschenswert! Wir haben jetzt Jahrlang wie die Maden im Speck gelebt hier in Deutschland, und nun steht es in unserer Pflicht diese Menschen mit Leib und Seele zu integrieren. Nicht nur wegen unserer Vergangenheit, sondern auch wegen der enormen deutschen Schuldhistorie bzw. Erbschuld!“

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